Montag, 5. Juli 2021

23.Tag: Von Ellerbek nach Glückstadt

die Karte



Ohoh! Habe ich im Halbschlaf doch richtig gehört! Es regnet! Nicht heftig aber gemütlich vor sich hin.


Der beste Albert aller Zeiten lässt es sich dennoch nicht nehmen mich "aufs Gleis" zu setzen. Vielen lieben Dank!
 Euch Beiden für die schöne Zeit in Ellerbek.




Und Tschüss! Mit "schrillem Schrei" zwar nicht, aber nach Norden schon. Es fehlt mir schließlich noch das Stück der Elbe von Hamburg bis zur Mündung. 
Die ersten 15 km sind unspektakulär bis langweilig. Backsteindörfer und Baumschulen wechseln sich ab. Der Gegenwind ist auszuhalten und schon in Rellingen hat der Regen aufgehört. 
Merkwürdig ist nur, dass ich immer wieder Ausschau halte, wo Friederike jetzt wohl wieder ist. Ist so vorneweg oder macht sie noch ein Foto? 
Dem "Lone Ranger" fehlt etwas!!!

Zwischen Baumschule und Weihnachtsbaumplantage mal eine Abwechslung. Ein Fachmarkt für Gartendekoration.


Muss man mögen-  sollte man aber nicht unbedingt direkt vor das Fenster stellen. Die "neuen Gartenzwerge" 


hingegen haben mich auf Anhieb überzeugt. Endlich ein angebrachtes Betätigungsfeld für unsere Nationalmannschaft.

Eigentlich wollte ich nicht über Elmshorn radeln, doch dann kamen die Schilder des Elberadweges dazwischen. Auch gut, fahre ich eben diese Strecke! Nicht gut! Denn wie gehabt, einmal ein Schild, das war es! Dafür  bin ich bei Peter Kölln vorbeigekommen.


Na?  kommt Ihr drauf? Genau! Hier kommen die allseits beliebten Köllnflocken her. Vielleicht hat es deshalb in ganz Elmshorn so lecker nach Bäckerei gerochen - nur zu finden war keine einzige.

Gleich nach Elmshorn, dann endlich die Elbe! Na ja, eigentlich nicht ganz,



Ca. 10km geht es unterhalb des Deiches entlang. Was angesichts der Windverhältnisse eigentlich ganz gut war.



"Fliegen Kühe übern Damm,
 fahre lieber unten lang!" 
(Alte Norddeutsche Redensart)

Und bei unternehmungslustigen Dame hätte nicht mehr viel gefehlt, dass sie abhebt.

Hinterm Deich lebt es sich nicht schlecht. Gediegene Häuser, große Autos, feiner englischer Rasen, von Mais und Rüben kommt dieser Wohlstand wohl kaum.


Irgendwann geht der Radweg über den Deich  UND


an die Elbe. Der Strom ist jetzt gewaltig. Aber meine Erwartungen wurden enttäuscht. Ich habe erwartet, dass hier die gewaltigen Pötte hintereinander herfahren. Aber niente, nix, nada! Auf den letzten 20 km der Tagestour habe ich kein einziges - gotsiges -  Schiff gesehen! Ich dachte der Hamburger Hafen brummt nur so! Oder sind das Auswirkungen von Corona?

 Schön ist es auf dieser Seite des Deiches allemal.


Nur diese Seite hat jede Menge Hindernisse. Hier weiden die Schafe. 


Und zwar massenhaft. Klar, kann ich gut nachvollziehen, dass niemand gerne in sein Essen kackt.  Der Radweg eine einzige Sauerei und mein armes Fahrrad, dass ich gestern mühsam von unserer "Regenschlacht" gereinigt habe, fängt nun an nach Schaf zu riechen. 
Doch da müssen wir durch - so ist es eben am Deich.



Es ist wirklich schön hier!



 Ob Friederike hier gebadet hätte?  Hoffentlich nicht, denn die Schilder warnen vor Unterströmungen und Sogwirkungen, wenn die Schiffe vorbeifahren - welche Schiffe?

Kurz vor Glückstadt beginnt es wieder leicht zu regnen.


Genau richtig komme ich im Hotel  an. Glückstadt ist ein netter Ort. Nach dem Regenschauer ist die Ortsbesichtigung recht schnell erledigt.



Rathaus, Kirche, Hotel. Heute nächtige ich im Bürgermeisterzimmer.


Sehr gediegen!! Gleich neben dem Rathaus. 
Ob Friederike es heute noch schafft, von Ihrer Rückkehr nach Engen zu berichten ist eher fraglich. Falls nicht, erfahrt Ihr spätestens Morgen, wie es Ihr auf der Fahrt aus dem Hohen Norden zurück nach Engen erging.

Bis Morgen denn!

























































Sonntag, 4. Juli 2021

22.Tag: Ruhetag in Ellerbek - und Friederikes Rückfahrt

 "Verkehrte Welt" in Ellerbek! Normalerweise starten wir so gegen 9:00 unsere Tagesetappe. Heute kommen wir schon um 9:00 zurück!

Friederike muss heute leider wieder nach Engen zurück. Um 9:20 geht ihr ICE vom Hauptbahnhof ab. Das wäre etwas zu weit gewesen, um sie zu begleiten. Doch zum Glück ist der U-Bahnhof "Niendorf" nur 5 km von Ellerbek. So bekommt Friederike eine würdige Eskorte. 


Tschüss Friederike! Seufz!!! Wäre schön gewesen, wenn wir den "Kringel" gemeinsam hätten schließen können!


Bis Bald, in Engen!!

Auf dem Rückweg von der U-Bahnstation ist mehr erst aufgefallen, dass wir gestern und heute schon mehrfach über die Autobahn gefahren sind. 

In Schnelsen - bestens bekannt durch Autobahnstaumeldungen- ist die Autobahn in den letzten Jahren nach und nach unter die Erde gewandert. Das heißt, zuerst in eine Art Schacht und dann ein Deckel drauf. 



 Cool! Auf anderen Abschnitten sollen Schrebergärten und Wohnanlagen über der Autobahn entstehen. Autos in den Keller!!! Das ist die Zukunft!

Zurück in der besten Unterkunft der Reise, die  "Pension im Wiesengrund" ist wirklich einmalig. Erst einmal ausgiebig Sonntagszeitungen! Dann Siesta! Dann Kaffee und Kuchen! Und dann! Beauty und Spa!!


Erst hat Klaus einen Friseurtermin. Doch der nächste Kunde wartet schon,



Die "Pension im (schönsten) Wiesengru- hun-de" nähert sich der Traummarke von 10/10.

Mit dem Grillen wurde die Bestmarke deutlich gerissen. Ich habe auf der Reise 2x schon versucht ein Steak "englisch" zu bekommen - jedes Mal war es durch. Doch Klaus hat heute den perfekten Grillabend hingelegt.




Danke! 
Liebe Barbara, lieber Klaus! Wird schwer fallen Morgen abzureisen, aber "Glückstadt" als Ziel? Hört sich doch auch gut an.

Also bis Morgen! Dann allerdings mit dem Monoblogger Manne - Friederike wird uns dann noch berichten, wie es Ihr auf der Reise ergangen ist! 
So viel sei schon verraten - sie ist gut in Engen angekommen!!!!

Samstag, 3. Juli 2021

21. Tag: Von Geesthacht nach Ellerbek

die Karte 


Hurrah! 3 Wochen geradelt! Und wir sind in Hamburg!!

Genau genommen nicht mehr! Denn Ellerbek und unsere "Pension im Wiesengrund" liegt um ein paar hundert Meter schon in Schleswig-Holstein, Landkreis Pinneberg.

Die Tour heute war spektakulär.

UND Klaus hat Albert um Längen geschlagen! Und ich durfte einfach mal hinterherradeln, wie schön das ist!!


Die ersten Kilometer an der Elbe entlang
Und dann - einfach genial - fast 30 km schnurgerade auf einer alten Bahntrasse quasi direkt nach Hamburg rein. 



In Altengamme sind wir auf den Marschbahndamm und dann - ab die Post.
Die Marschbahn wurde nach dem 1.Weltkrieg als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme begonnen (siehe: Geesthacht, im Blog von gestern) und 1928 fertiggestellt. Wie Klaus erklärte, diente die Bahn der Versorgung der Stadt mit Lebensmitteln. Heute Morgen sind wir praktisch durchgängig durch landwirtschaftliche Betriebe, Weiden, Gärtnereien und Felder gekommen. 
Ab 1942 transportierten die Nazis dann die Gefangenen ins KZ Neuengamme, dem größten KZ in Nordwestdeutschland, mit über 100.000 Gefangenen und über 40.000 Toten.
Mitte der 50er Jahre war dann schon wieder Schluss mit der Bahn. Und heute ist der Marschbahndamm eine sehr beliebte Radstrecke der Hamburger. Was wir heute, am Samstag, deutlich gemerkt haben. Obwohl Barbara und Klaus meinten, das "sein noch garnichts". Für uns aber, die wir auf der Tour bis hierher tagelang nicht einen Radfahrer getroffen haben, kamen schon "milde Formen der Panik" auf, besonders wenn ambitionierte Rennradfahrer von hinten angeschossen kamen ohne Warnung, ohne Abstand!


Spätestens hier wurde klar: wir sind in Norddeutschland.

Ich höre jetzt besser auf, damit Friederike noch etwas zu berichten hat. So langsam kommt ein wenig Wehmut auf. 3 wunderschöne Wochen mit Friederike, 3 superschöne Tage mit den "Hamburgern"- ab Morgen werde ich wieder als "Lone Ranger" unterwegs sein. Wenn alles gut geht noch über 14 Tage, um den "Kringel" zuzumachen.
Ehe ich sentimental werde. Friederike, bitte schön!!

(frieda) heute zum letzten Mal in diesem Blog, morgen gibt es hoffentlich nichts zu berichten, denn so eine Bahnfahrt von Hamburg nach Engen ist doch wohl recht unspektakulär.
Aber ich muss ja erstmal mit dem Rad nach Dammtor kommen und nachdem wir heute versucht haben mein Rad in Klaus' großes Auto zu packen, erfolglos, muss ich jetzt doch zum Bahnhof radeln. Und alle begleiten mich, das wird lustig morgen früh. Ich werde berichten.
 Die Fahrt heute war super schön, anfangs entlang der Elbe mit traumhaften Ausblicken.
Einige Angler waren auf den Inseln und auch am Ufer unterwegs. Im Hotel in Geesthacht haben wir ein junges Paar aus Franken getroffen, die einen sehr ergiebigen Angelurlaub hier verbracht haben. 21 kg Zander haben sie an einem Tag rausgeholt.




die Elbwiesen



An der Ochsenwerder Kirche haben wir die Vesperpause gemacht, um uns herum Engel, Gräber und Grabsteine. Das hat gepasst, denn noch bei keiner Tour sind wir so viel um Friedhöfe herumgegurkt wie auf dieser Niederdorlatour. Klaus wollte noch den Pfarrer holen, damit wir die sehr schöne Kirche auch von innen anschauen können, aber der war leider im Urlaub.



Hamburg rückte näher, mehr Verkehr, mehr Radler, mehr Fußgänger, mehr aufpassen, dass man niemanden anfährt. Das sind wir gar nicht mehr gewöhnt und ich habe manch einen Anschiss bekommen, weil ich jemandem den Weg abgeschnitten habe. Sorry, ihr Stadtradler!
In der "Wasserkunst"  gab's die nächste Pause.  Hier waren wir auch vor vier Jahren als wir von Hamburg die Ostsee und den Oder-Neiße Radweg gefahren sind.





Und nun sitzen wir im wunderschönen Garten, trinken Abschiedsbiere und - weine und schauen der Wäsche von Manne beim Trocknen zu.

Super service hier!


Der Garten ist jetzt in der Abenddämmerung herrlich: da muss ich schnell wieder hin, zu den Rosen und meinem kühlen Rosé:




Freitag, 2. Juli 2021

20.Tag: von Zarrentin nach Geesthacht

die Karte


(frieda) Die gute Nachricht zuerst: es war ein perfekter Radltag mit Sonne, Wind und schöner weiter Landschaft


Die zweite gute Nachricht: wir sind jetzt zu dritt beim Baden, auch Klaus ist jetzt dabei:





Die dritte gute Nachricht: wir haben die 1000 km überschritten und zwar kurz vor Geesthacht.




Zusammen mit Barbara und Klaus' gefahrenen Kilometern sind es jetzt sogar schon 1100 km.

Und wenn man so rechnet wie bei der Stadtradelaktion, bei der wir in diesem Jahr auch mitgemacht haben, dann sind es 2200 km für unser Team.

Wir sehen heute viele Vögel, Schwarzmilane und Mäusebussarde, Stare  und Kraniche. Im Vorbeiradeln sehen wir wie zwei kleinere Vögel einen großen Greifvogel attackieren, sie greifen ihn zielgerichtet von oben an und er dreht sich im Flug um die eigene Achse, absichtlich oder wegen des heftigen Angriffs, lässt sich aber nicht vertreiben, wird wieder angegriffen, kommt wieder ins Strudeln und irgendwann ist das Dreiergespann aus unserem Blickfeld. Hab ich noch nie so beobachtet.

In einem kleinen Ort gibt es mehrere Storchennester. Man sieht dass die Jungen schon recht groß sind. Am Wegesrand davor steht auf einem Schild eine kleine Statistik über die Belegung dieses Nestes: Wann sind die Störche gekommen, wieviel Junge haben sie großgezogen und wann sind sie wieder abgeflogen. Das ist interessant.


Dass wir so ganz allmählich wieder in die Nähe einer Großstadt kommen, merkt man den Häusern und Grundstücken an, es gibt jetzt auch wieder Kunstprojekte am Wegesrand, Töpferwerkstätten und stilvolle Bäckereien.


Die Leute sagen "Moin" und wer geschwätzig ist sagt "Moinmoin".


Ein Satz von Klaus zum Tag:

"Es war eine hervorragende Landpartie mit abwechslungsreichen Landschaften, mit leichten Steigungen und Abfahrten, tollen Pausen, zwei Hochzeiten und dass wir den Tag mit einem sehr leckeren Abendessen beschlossen haben. Außerdem sind wir sehr erleichtert, dass der Forschungsreaktor in Geesthacht schon seit vielen Jahren abgeschaltet ist."

Ein Satz von Barbara zum Tag:

"Steile Anstiege. Heftiger Gegenwind. Abwehr. Erschöpfung. Ankommen an unserer Elbe, Sonnenschein, Frohsinn, Harmonie. Pinot Grigio und gutes Essen. Das Schönste: die wunderbare Reisegruppe und bestmöglich ausgesuchte Hotels vom Reiseleiter, Manne.

Und jetzt ich?

Was soll ich da noch sagen?

Ok, so viel. Ich war ehrlich gesagt auch überrascht, dass wir heute eine dermaßen beeindruckende "Bergankunft" hatten.



Lasst Euch nicht täuschen, wir sind heute vom Elbe-Lübeckkanal an nur bergauf gefahren. Als etwa von hier an


Auf der Geesthachter Homepage wird genau erklärt warum:

"Die aus Sand und Geschiebelehm und Mergel aufgebauten Altmoränen im Bereich Geesthachts erreichen mit dem Haferberg (94,4 m über NN ) die höchste Erhebung und fallen mit steiler Böschung bei Geesthacht 60 - 80 m tief zu dem hier etwa 10 km breiten glazialen Erosionstal der Elbe ab"

Und ich sage Euch, genau so war es! Geschiebelehm und Mergel! Und hinauf auf die Altmoräne, ca. 6-7 km, auf 94,4m  und dann die steile Böschung hinunter in das glaziale Erosionstal.

War wirklich super!

Geesthacht sprüht einen sehr herben Charme aus. Man merkt sofort, die Stadt hat eine industriell geprägt Vergangenheit, - die sehr weit zurück liegt. 
(Um es neutral auszudrücken!)
Aber auch da hat mich die Homepage der Stadt aufgeklärt. "Klein Moskau" hat wirklich eine sehr "explosive" Vergangenheit.
Das Atomkraftwerk ist da nur die letzte Etappe.  
Angefangen hat es mit dem Nobel, Alfred, der die erste Dynamitfabrik hier irgendwo aufgebaut hat. Und von da an war Geesthacht ein Zentrum der Rüstungsindustrie.
Bis zum und im I. Weltkrieg waren über 20.000 Arbeiter in diesem Bereich beschäftigt. Und nach dem I. Weltkrieg - logisch! Sense!
70% der Geesthachter waren  auf einmal arbeitslos. Das führt zu einer erheblichen Radikalisierung in der Arbeiterschaft. Die KPD wird stärkste Kraft. 

Politisch radikalisierte Arbeitslose aus ganz Hamburg, Geesthacht und den umliegenden Gemeinden lieferten sich in Geesthacht Straßenschlachten mit der Polizei. Spätestens seit der „Schlacht am Runden Berge“ im September 1928, wo sich Rotfrontkämpfer der Kommunisten und Reichsbannermitglieder der Sozialdemokraten anläßlich der bevorstehenden Stadtvertretungswahlen gegenüberstanden und in deren Verlauf zwei Personen getötet wurden, ist von Geesthacht als „Klein Moskau“ auch in der überregionalen Presse berichtet worden." (Homepage der Stadt Geesthacht)

Das ist das tolle an diesen "Zufallsbekanntschaften" auf unseren Touren! Manchmal denkt man beim Reinfahren in ein Städtchen: "War das wirklich so eine tolle Idee, hier Zwischenstopp zu machen?" Und dann entpuppt sich so ein Aschenputtel als total interessanter Ort, und man denkt: "Eigentlich schade, dass wir Morgen weiter ziehen und nicht noch einen Blick ins "Heimatmuseum" werfen werden"
Aber jetzt ist es auch gut! Jetzt gehe ich noch mal hoch und schaue was unsere Reisegesellschaft macht.
Wir sehen uns Morgen!!

Donnerstag, 1. Juli 2021

19. Tag: Von Schwerin bis Zarenttin

 die Karte

Was für ein Tag!

Es regnet als wir aus dem Hotel treten, es regnet, regnet, regnet, bis wir in Zarrentin am Schaalsee ankommen. Alles was die Radtaschen hergeben wird heute ausgepackt. Jacke, Poncho, Regenhose und die Galoschen. 

Aber trotz der widrigen Umstände lief die Tour problemlos, abgesehen von den üblichen Baustellen, den fehlenden Radwegschildern, den Zicken von Albert....


So richtiges Touristenradeln will heute nicht aufkommen, obwohl wir an einigen schönen Ecken vorbei gekommen sind. Schon seit Tagen haben wir beobachtet, dass die strohgedeckten Bauernhäuser auch in Mecklenburg-Vorpommern vorkommen, und sich Pferdeköpfe sogar an Bootshäusern in der Mecklenburgischen Seenplatte finden lassen. Ob das das auf alte "Tradition" zurückgeht? Es gibt Volkskundler, die diese "Bauernkultur" nicht weiter wie in den Nationalsozialismus zurückdatieren. Klar gab es schon auch vorher Windbretter in verschiedenster Form, aber die Kultur des "Nährstands" hat man im 3.Reich ebend besonders hochgejubelt.


Kontrastprogramm pur: Rumänische Erntearbeiter warten, bis sie zur Gurkenernte ins Feld können. Der Acker ist viel zu nass! Das wird heute wohl nichts mehr. "Euro Leasing" steht auf dem Lastwagen. Wer wurde hier geleast? Der Lastwagen, die Erntearbeiter oder beide?


Der Gurkenflieger ist bereit. Die Flügel noch nicht ausgefahren. Dann liegen die Arbeiter auf dem Bauch auf den Auslegern und sammeln die Gurken ein. Wie man unschwer sehen kann, wird das heute nichts werden, die Maschine würde im nassen Feld einsinken. Bleibt die Frage, was verdienen die Arbeiter, wenn sie nicht arbeiten können? 
Die Jungs winken mir zu, als sie sehen! Viel Glück! Ich werde an Euch denken, wenn ich das nächste Mal ein Glas saure Gurken aufmache!!

Sonst gibt es von der heutigen Strecke wenig Bilder. Die Kamera rausholen ist bei diesem Regen ein Risiko.

Wie man sieht, hat die Kamera schon Regen abbekommen.

(frieda) also muss ich übernehmen:

wir waren den ganzen Tag nass und wurden immer nässer, und
eine richtige Strecke war nicht zu finden:





Und es gab in den Dörfern durch die wir kamen, kein Café, keine Metzgerei mit Imbiss, gar nichts zum unterstehen und ein bisschen trocken werden. Zur Elf-Uhr-Banane haben wir eine kleine Bushaltestelle gefunden, aber wir hatten nicht mal eine Banane, weil kein einziger Laden auf der ganzen Stecke zu finden war. 


Gegenüber der Bushaltestelle war eine Kirche und ein Mann- der Pfarrer?- kam gerade aus dem Kirchgarten. Wir haben nach dem Weg gefragt und er hat uns "bedauert" , weil wir im Regen fahren müssen. Aber kein echtes Mitgefühl war zu spüren, kein Kaffee wurde angeboten. Hat er gedacht dass der Herr uns das zuteilt, was wir verdienen? Nämlich viel Wasser von oben? Wollte er sich nicht in den göttlichen Richterspruch einmischen? Ganz anders in dem nächsten Städtchen "Wittenburg", da gab es doch tatsächlich eine kleine Bäckerei mit ein paar Tischchen und wir haben ganz bescheiden gefragt, ob wir mit unseren ganzen nassen Klamotten überhaupt reindürfen. "Na was wollt ihr sonst machen, wollt ihr euch auf  der Straße ausziehen?" Da gab es den leckersten Cappuccino ever!

In Zarrentin gibt es ein sehr schöne Klosterkirche, wo die Organistin gerade ihr Repertoire geübt hat- das ist die Radreise mit den meisten Orgelkonzerten!




es gibt einen Dönerladen, wo man auch Spaghetti und Ouzo bekommt, und das hat richtig gut geschmeckt!



Und es gibt den wundervollen Schaalsee, dessen Wasser so herrlich weich und still ist. Obwohl wir heute schon genug Wasser abbekommen haben, gehen wir noch eine Runde schwimmen.
Außerdem hat es Riesenschwärme von Staren, die über den Abendhimmel ziehen.
Und im einzigen Bistro des Städtchens, in dem wir noch einen Absacker trinken, gibt es als einzigen Rotwein, na ratet mal: Trollinger mit Lemberger!

Also, dann gute Nacht! 





38. Tag: Heimfahrt

  Daheim! Hier ist es auch sehr schön!! Das war wirklich eine wunderschöne Reise! Durch 11 Bundesländer. mir/uns bislang unbekannte Teile de...