Was für ein Tag!
Es regnet als wir aus dem Hotel treten, es regnet, regnet, regnet, bis wir in Zarrentin am Schaalsee ankommen. Alles was die Radtaschen hergeben wird heute ausgepackt. Jacke, Poncho, Regenhose und die Galoschen.
Aber trotz der widrigen Umstände lief die Tour problemlos, abgesehen von den üblichen Baustellen, den fehlenden Radwegschildern, den Zicken von Albert....
So richtiges Touristenradeln will heute nicht aufkommen, obwohl wir an einigen schönen Ecken vorbei gekommen sind. Schon seit Tagen haben wir beobachtet, dass die strohgedeckten Bauernhäuser auch in Mecklenburg-Vorpommern vorkommen, und sich Pferdeköpfe sogar an Bootshäusern in der Mecklenburgischen Seenplatte finden lassen. Ob das das auf alte "Tradition" zurückgeht? Es gibt Volkskundler, die diese "Bauernkultur" nicht weiter wie in den Nationalsozialismus zurückdatieren. Klar gab es schon auch vorher Windbretter in verschiedenster Form, aber die Kultur des "Nährstands" hat man im 3.Reich ebend besonders hochgejubelt.
Kontrastprogramm pur: Rumänische Erntearbeiter warten, bis sie zur Gurkenernte ins Feld können. Der Acker ist viel zu nass! Das wird heute wohl nichts mehr. "Euro Leasing" steht auf dem Lastwagen. Wer wurde hier geleast? Der Lastwagen, die Erntearbeiter oder beide?
Der Gurkenflieger ist bereit. Die Flügel noch nicht ausgefahren. Dann liegen die Arbeiter auf dem Bauch auf den Auslegern und sammeln die Gurken ein. Wie man unschwer sehen kann, wird das heute nichts werden, die Maschine würde im nassen Feld einsinken. Bleibt die Frage, was verdienen die Arbeiter, wenn sie nicht arbeiten können?
Die Jungs winken mir zu, als sie sehen! Viel Glück! Ich werde an Euch denken, wenn ich das nächste Mal ein Glas saure Gurken aufmache!!
Sonst gibt es von der heutigen Strecke wenig Bilder. Die Kamera rausholen ist bei diesem Regen ein Risiko.
(frieda) also muss ich übernehmen:
wir waren den ganzen Tag nass und wurden immer nässer, und
eine richtige Strecke war nicht zu finden:
Gegenüber der Bushaltestelle war eine Kirche und ein Mann- der Pfarrer?- kam gerade aus dem Kirchgarten. Wir haben nach dem Weg gefragt und er hat uns "bedauert" , weil wir im Regen fahren müssen. Aber kein echtes Mitgefühl war zu spüren, kein Kaffee wurde angeboten. Hat er gedacht dass der Herr uns das zuteilt, was wir verdienen? Nämlich viel Wasser von oben? Wollte er sich nicht in den göttlichen Richterspruch einmischen? Ganz anders in dem nächsten Städtchen "Wittenburg", da gab es doch tatsächlich eine kleine Bäckerei mit ein paar Tischchen und wir haben ganz bescheiden gefragt, ob wir mit unseren ganzen nassen Klamotten überhaupt reindürfen. "Na was wollt ihr sonst machen, wollt ihr euch auf der Straße ausziehen?" Da gab es den leckersten Cappuccino ever!
In Zarrentin gibt es ein sehr schöne Klosterkirche, wo die Organistin gerade ihr Repertoire geübt hat- das ist die Radreise mit den meisten Orgelkonzerten!
es gibt einen Dönerladen, wo man auch Spaghetti und Ouzo bekommt, und das hat richtig gut geschmeckt!
Und es gibt den wundervollen Schaalsee, dessen Wasser so herrlich weich und still ist. Obwohl wir heute schon genug Wasser abbekommen haben, gehen wir noch eine Runde schwimmen.
Außerdem hat es Riesenschwärme von Staren, die über den Abendhimmel ziehen.
Und im einzigen Bistro des Städtchens, in dem wir noch einen Absacker trinken, gibt es als einzigen Rotwein, na ratet mal: Trollinger mit Lemberger!
Also, dann gute Nacht!
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen