die Karte
Es gibt Tage, da hängt ein Skateboarder am Gepäckträger- und es gibt Tage, da hat man einen kleinen Elektromotor eingebaut. Heute war ein E bzw. W-Tag.
In der Nacht hat es endlich geregnet. Am Morgen ist es zwar immer noch gut warm, aber es weht ein kräftiger Wind - fast den ganzen Tag Rückenwind, höchstens mal von der Seite. Der Saaleradweg eine Sahneschnitte! Fast durchgehend geteert, oft in Auwäldern, kaum "unnötige" Schlenker, in Orte, die keiner gesehen haben muss, und überwiegend flach. - ein 10/10 Tag.
Im Rausfahren kommen wir noch einmal an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein, vorbei - Ihr erinnert Euch? Gestern! Sitte!
Dann der Heinestein,
Die Gedenktafel im Heinepark wurde anlässlich des 100.Todestages angebracht. Eine kleine Loreley an der Saale, nehme ich an.
Im Nu, sind wir heraus aus Halle!
Und Burgen hatte es heute in der Tat jede Menge. Die Stammburg der Wettiner
D i e Wettiner, eines der ältesten Adelsgeschlechter, neben den Welfen.
Auch
Plötzkau sieht ganz manierlich aus.
Verschiedentlich kann man das Flussufer mit der Fähre wechseln.
Die Saale ist kein Flüsschen mehr. Eigentlich schiffbar, - aber wie der nette Herr meinte, der uns ein wenig Luft für die Reifen geschenkt hat - ist eher die Elbe das Problem, die oft nicht genug Tiefe hat.
Kurz vor Bernburg, lasse ich Friederike noch mal zu Wasser, - es ist doch recht heiß geworden.
Aber das soll sie selbst erzählen:
(frieda)
Der Badeplatz war so wie der ganze Tag: erste Klasse! Ein Campingplatz im "Wiederaufbau", noch haben sie keine Zulassung, aber man darf schon baden und ein Kaltgetränk kann man auch kaufen. Was braucht man mehr.
Wir hatten übrigens auch manchmal Gegenwind, aber der belgische Kreisel hat so gut funktioniert, dass Manne das scheint's gar nicht gemerkt hat. Den haben wir schon auf unserer Frankreichreise erfolgreich praktiziert, damals mit Antoine, Benoit, Charles, Dragan, Emanuel, und Manne musste mangels Personal für A., B., C. D. und E. fahren. Unser sächsisch-anhalterisches Kreiselteam aus Fahrradfahrer*innen baut nun natürlich auf Diversität: André, Bibbi, Chantale, Dayenne, Egon, dann F, also ich, aber nur ganz kurz. Und Personalmangel gibt es auch heute, also radelt M wieder für alle.
Wieder einmal sind wir in einer sehr kleinen Kreisstadt (Autokennzeichen BBG) und es gibt einen interessanten Schlossberg mit Kirche und verschiedenen Türmen.
Auch Till Eulenspiegel soll hier mal als Turmwärter engagiert gewesen sein, den Turm kann man besichtigen, er hatte aber schon zu. Schade!
Die romanische Kirche haben sie innen sehr modern ausgemalt und Jesus sieht bei der Bergpredigt aus wie ein Rockstar:
Wir waren grad super indisch essen, in einem italienisch-indischen Restaurant, in dem man auch Schni-Po-Sa bekommen konnte und prächtige italienische Eisbecher. Eine indische Familie betreibt diesen Multi-Kulti-Laden und man sitzt schön auf der Terrasse mit Blick auf die Saale. Da kam eine "etwas auffällige" Einheimischen-:Dreiergruppe und bestellte sehr laut "deutsches" Essen. Der Inder lächelte, wackelte mit dem Kopf und ging wieder hinein. Man hörte ihn zur Küche rufen, also entweder rief er" dreimal schni-po-sa," oder vielleicht auch. "die A..l... sind wieder da, mach drei Schnitzel aber spuck ordentlich drauf". Wir werden es nie erfahren, aber uns ist irgendwie die Stimmung vergangen.
Die Leute hier sind schwer zu verstehen, krasser Dialekt! Und sie sind nicht gerade überschwänglich zugewandt.
Aber es gibt wie immer Ausnahmen:
In der Mittagshitze wuchten wir einen Berg hinauf, Kopfsteinpflaster, normale Straße und vermissen unser Fahrradschild, strampeln weiter, beschließen schließlich umzudrehen und düsen wieder runter. Kann irgendwie nicht sein, passt nicht zu unserem bisher perfekten Saale-Radweg, haben wir vielleicht ein Schild übersehen. Da ruft es mir hinterher, "halt, kann ich ihnen helfen". Aus einem alten Haus direkt an der Straße blickt ein sehr alter Männerkopf heraus und winkt mich zu sich heran. Ich also nochmal ein Stück nach oben. Er kennt sich aus, lebt schon immer hier, und diese Streckenführung über den Berg ist Quatsch. Und er erklärt mir ausführlich den Schleichweg hinunter an die Bahngleise, wo dann später unser Saale-Radweg wieder ankommt. Ein super Tipp, dankeschön nochmal, für's aufpassen und rufen und erklären! Beim weiterfahren habe ich mir so ausgemalt, was dieser Mann, der schon immer hier gelebt hat, wohl alles auf diesem kleinen
Schleichweg der Bahn entlang erlebt hat. da kamen einige romantische und andere Abenteuer zusammen.
Das war ein perfekter Tag! 60 km auf einer Backe abgefahren!
Und so kann's gerne weitergehen.
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