Freitag, 2. Juli 2021

20.Tag: von Zarrentin nach Geesthacht

die Karte


(frieda) Die gute Nachricht zuerst: es war ein perfekter Radltag mit Sonne, Wind und schöner weiter Landschaft


Die zweite gute Nachricht: wir sind jetzt zu dritt beim Baden, auch Klaus ist jetzt dabei:





Die dritte gute Nachricht: wir haben die 1000 km überschritten und zwar kurz vor Geesthacht.




Zusammen mit Barbara und Klaus' gefahrenen Kilometern sind es jetzt sogar schon 1100 km.

Und wenn man so rechnet wie bei der Stadtradelaktion, bei der wir in diesem Jahr auch mitgemacht haben, dann sind es 2200 km für unser Team.

Wir sehen heute viele Vögel, Schwarzmilane und Mäusebussarde, Stare  und Kraniche. Im Vorbeiradeln sehen wir wie zwei kleinere Vögel einen großen Greifvogel attackieren, sie greifen ihn zielgerichtet von oben an und er dreht sich im Flug um die eigene Achse, absichtlich oder wegen des heftigen Angriffs, lässt sich aber nicht vertreiben, wird wieder angegriffen, kommt wieder ins Strudeln und irgendwann ist das Dreiergespann aus unserem Blickfeld. Hab ich noch nie so beobachtet.

In einem kleinen Ort gibt es mehrere Storchennester. Man sieht dass die Jungen schon recht groß sind. Am Wegesrand davor steht auf einem Schild eine kleine Statistik über die Belegung dieses Nestes: Wann sind die Störche gekommen, wieviel Junge haben sie großgezogen und wann sind sie wieder abgeflogen. Das ist interessant.


Dass wir so ganz allmählich wieder in die Nähe einer Großstadt kommen, merkt man den Häusern und Grundstücken an, es gibt jetzt auch wieder Kunstprojekte am Wegesrand, Töpferwerkstätten und stilvolle Bäckereien.


Die Leute sagen "Moin" und wer geschwätzig ist sagt "Moinmoin".


Ein Satz von Klaus zum Tag:

"Es war eine hervorragende Landpartie mit abwechslungsreichen Landschaften, mit leichten Steigungen und Abfahrten, tollen Pausen, zwei Hochzeiten und dass wir den Tag mit einem sehr leckeren Abendessen beschlossen haben. Außerdem sind wir sehr erleichtert, dass der Forschungsreaktor in Geesthacht schon seit vielen Jahren abgeschaltet ist."

Ein Satz von Barbara zum Tag:

"Steile Anstiege. Heftiger Gegenwind. Abwehr. Erschöpfung. Ankommen an unserer Elbe, Sonnenschein, Frohsinn, Harmonie. Pinot Grigio und gutes Essen. Das Schönste: die wunderbare Reisegruppe und bestmöglich ausgesuchte Hotels vom Reiseleiter, Manne.

Und jetzt ich?

Was soll ich da noch sagen?

Ok, so viel. Ich war ehrlich gesagt auch überrascht, dass wir heute eine dermaßen beeindruckende "Bergankunft" hatten.



Lasst Euch nicht täuschen, wir sind heute vom Elbe-Lübeckkanal an nur bergauf gefahren. Als etwa von hier an


Auf der Geesthachter Homepage wird genau erklärt warum:

"Die aus Sand und Geschiebelehm und Mergel aufgebauten Altmoränen im Bereich Geesthachts erreichen mit dem Haferberg (94,4 m über NN ) die höchste Erhebung und fallen mit steiler Böschung bei Geesthacht 60 - 80 m tief zu dem hier etwa 10 km breiten glazialen Erosionstal der Elbe ab"

Und ich sage Euch, genau so war es! Geschiebelehm und Mergel! Und hinauf auf die Altmoräne, ca. 6-7 km, auf 94,4m  und dann die steile Böschung hinunter in das glaziale Erosionstal.

War wirklich super!

Geesthacht sprüht einen sehr herben Charme aus. Man merkt sofort, die Stadt hat eine industriell geprägt Vergangenheit, - die sehr weit zurück liegt. 
(Um es neutral auszudrücken!)
Aber auch da hat mich die Homepage der Stadt aufgeklärt. "Klein Moskau" hat wirklich eine sehr "explosive" Vergangenheit.
Das Atomkraftwerk ist da nur die letzte Etappe.  
Angefangen hat es mit dem Nobel, Alfred, der die erste Dynamitfabrik hier irgendwo aufgebaut hat. Und von da an war Geesthacht ein Zentrum der Rüstungsindustrie.
Bis zum und im I. Weltkrieg waren über 20.000 Arbeiter in diesem Bereich beschäftigt. Und nach dem I. Weltkrieg - logisch! Sense!
70% der Geesthachter waren  auf einmal arbeitslos. Das führt zu einer erheblichen Radikalisierung in der Arbeiterschaft. Die KPD wird stärkste Kraft. 

Politisch radikalisierte Arbeitslose aus ganz Hamburg, Geesthacht und den umliegenden Gemeinden lieferten sich in Geesthacht Straßenschlachten mit der Polizei. Spätestens seit der „Schlacht am Runden Berge“ im September 1928, wo sich Rotfrontkämpfer der Kommunisten und Reichsbannermitglieder der Sozialdemokraten anläßlich der bevorstehenden Stadtvertretungswahlen gegenüberstanden und in deren Verlauf zwei Personen getötet wurden, ist von Geesthacht als „Klein Moskau“ auch in der überregionalen Presse berichtet worden." (Homepage der Stadt Geesthacht)

Das ist das tolle an diesen "Zufallsbekanntschaften" auf unseren Touren! Manchmal denkt man beim Reinfahren in ein Städtchen: "War das wirklich so eine tolle Idee, hier Zwischenstopp zu machen?" Und dann entpuppt sich so ein Aschenputtel als total interessanter Ort, und man denkt: "Eigentlich schade, dass wir Morgen weiter ziehen und nicht noch einen Blick ins "Heimatmuseum" werfen werden"
Aber jetzt ist es auch gut! Jetzt gehe ich noch mal hoch und schaue was unsere Reisegesellschaft macht.
Wir sehen uns Morgen!!

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