Samstag, 19. Juni 2021

7. Tag: Halle



 Nach fast einer Woche ist ein Ruhetag willkommen. Sightseeing, Waschtag, Badetag!

Halle hat einiges zu bieten. Für heute: kurze Stadtrundfahrt und dann natürlich die Ausstellung zur

HIMMELSSCHEIBE VON NEBRA

in Nebra selbst ist die Himmelsscheibe nur als Kopie zu sehen. Bis zum Januar 2022 wir diese sensationelle Ausstellung zu sehen sein.

Noch immer ist es drückend heiß. Friederike hat sich stadtfein gemacht



Zuerst durch die Leipziger Straße, am Leipziger Turm vorbei.


Die St. Ulrich Kirche - wie so viele auf der Reise bisher, sehr interessant von Außen, aber keine Chance einen Blick ins Innere zu werfen. Einige sind heute Konzertsäle, andere werden restauriert, andere sind ab 17:00 Uhr geschlossen...

Aber St. Ulrich hat ein schönes Detail

St. Ulrich der Heilige der Reisenden mit seinem Esel auf dem Seiteneingang. Er soll ja viel unterwegs gewesen sein, nachdem er "mitgeholfen" hat die Ungarn bei Augsburg zu stoppen! Ohne Schild und Waffen, die Bibel hochhaltend, hat er mitgeholfen am Lechfeld die Ungarischen Horden zu stoppen. Später scheint er dann etwas friedlicher geworden zu sein. Aber er hatte noch einige Tricks auf Lager, so hat er einem Reisenden am Freitag Fleisch gegeben, als das auffiel war das Fleisch auf einmal ein Fisch. Das hat sich bis Haiti rumgesprochen, wo der Hl. Ulrich mit seinem Ulrichskreuz im Vodoo einen festen Platz hat.

Dann weiter zum Händel



dem Marktplatz



Dann am steinernen Roland

der Verteidiger der Stadtrechte und letztendlich die traurige Gestalt der Geschichtsfälschungen. Roland war mit Karl dem Großen in Spanien, weil sie auch ein bisschen Mauren vertreiben wollten. Das hat so recht nicht hingehauen, Karl zerstört Pamplona und zieht dann wieder über die Pyrenäen ab, dort gerät Roland in der Nachhut in den Hinterhalt räuberischer Basken (Christen!!) und wird getötet. Das Alles war kein wirkliches Ruhmesblatt für den christlichsten aller Kaiser, da mussten dann die Geschichtsumdeuter aus den Basken böse Muselmanen machen und aus Roland den Helden von Roncesvalles, dem Urbild des edlen Ritters.
Seltsamerweise hängt diese Geschichte mit unserer diesjährigen Reise zusammen. Mit Fulda, Bad Hersfeld und dem "Einhard", dem Chronisten von Karl dem Großen . Aber davon mehr auf dem Rückweg, wenn ich wieder in Fulda bin.

Und dann die großartige Ausstellung zur Himmelsscheibe von Nebra. "Der Eiserne Himmel"- 700.000 Besucher in  verschiedenen Ländern. 


Ich habe noch nie so eine gute Zusammenschau der Bronzezeit gesehen. Von der Minoischen Kultur über Stonehenge, Dänemark und Nebra. Toll gemacht, schöne didaktisches Konzept. Wenn die Maske nicht gewesen wäre, - ein Hochgenuß


Exponate aus ganz Europa. Doch die Art und Weise wie die diese in Beziehung gebracht wurden, dass ist schon sehr schön.


Aber jetzt ist gut, jetzt Du,Friederike?

Aber ehe ich abgebe. Noch die Aufklärung der Frage, was der Manfred wohl in Sömmerda gespeist hat. Lieber Herr Schmidt, da liegen sie nicht ganz richtig, aber auch nicht ganz falsch. Zwar hat Sömmerda wichtige Menschen hervorgebracht, aber kulinarisch? Nicht dass ich wüsste. Carsten, Sömmerda liegt zwar gerade noch so mal eben in Thüringen, aber eine Rostbratwurst habe ich nicht gegessen. Ein "Fettschlauch" pro Reise genügt.
Nein, es ist viel banaler. Neben vielen anderen Projekten, die ich so verfolge, besteht eine Langzeitstudie meinerseits darin, weltweit in italienischen Restaurants die "Pizza Napoli" zu vergleichen, - also Pizza mit Anchovis - die so schön Durst machen. Wie meine Söhne bestätigen können, schmeckt dazu erwiesenermaßen ein dunkles Hefeweizen am Besten. 
Die Pizza Napoli des Ratskellers in Sömmerda konnte dabei im vorderen Mittelfeld landen!

(frieda) ojeh jetzt hab ich grad meinen zweiten Aperol Spritz getrunken und ob das mit der Rechtsschreibung so klappt?
Also Halle gefällt mir sehr gut, Allerdings versteh ich die Leute meistens nicht so gut, aber nach dem zweiten Aperol macht das auch nix mehr,
Heute war ein historisch wichtiger Tag, weil Manne zum ersten Mal gebadet hat, und zwar am Hufeisen See, eine Viertelstunde sind wir aus Halle rausgeradelt, es ist ein ehemaliger Tagebausee. Auch hier ist das Baden verboten, und sogar gefährlich, steht auf dem Schild, aber es ist Strandbadfeeling:


Sehr nette Stimmung, viele Familien, ein Paar mit Kind (hat geschlafen), die ein neues Musikstück mit Gitarre und zweistimmig einstudiert haben, auch ein paar Hunde und viele Strandnudeln, aufblasbare Doughnuts und Standup-Paddler. Der See: herrlich zum Schwimmen!
Danach Fußball in der Hotellobby, ein buntes Grüppchen hat sich zusammengefunden:
ein Fotograf und ein Kameraassistent, die gerade die Werbekampagne für Aldi drehen, ein Offizier der Bundeswehr mit seiner Frau, der in Halle einen Englischkurs absolvieren muss, weil er im internationalen Team in Szczecin  eingesetzt wird. (seine Frau besucht ihn grade), und die junge Frau die an der Rezeption war, hat  alle Tore verpasst, weil dauernd das Telefon klingelt oder einer von uns noch einen Aperol oder ein Bier bestellt. Allmählich werden wir abergläubisch: wenn sie ans Telefon muss, schießt Portugal ein Tor, wenn wir was bestellen dann gibt's ein Tor für Deutschland. Also deshalb...zwei Aperol.
Natürlich waren wir auch noch essen, im Gasthaus Schad, wo der Künstler Hans Joachim Triebsch in jahrelanger Arbeit diese Wandmalerei geschaffen hat- noch zu DDR Zeiten hat er angefangen und bis  91 daran herumgebastelt. Marx und Mickey Mouse, Händel und Punks, alle sind verewigt. 
Und da lief das Polenspiel und wir mussten nochmal was trinken: für die Polen.


Aber was mich heute am meisten beeindruckt hat war die Himmelscheibe von Nebra, die goldenen Sonnen -oder Unterwelt- Schiffchen und viele andere Ausstellungsobjekt. Eine phantastische Ausstellung!

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