Nach 3 Tagen in Ballungsräumen, laut und hektisch, heute nach wenigen Kilometern bin ich auf dem Land, aber sowas von ländlich, keine Menschen, kaum Dörfer aber super Radwege.
Aber von Anfang an.
Vom Hotel ans Weserufer und schon beginnt das Radvergnügen. Es ist kühl, aber noch regnet es nicht.
Was macht der denn da! Den Harry hätte ich jetzt eher in Hamburg erwartet. Aber Heine war wohl auch mal in Bremen, zumindest fand er den Bremer Ratskeller sehr angenehm.
An der Weser wird gebadet, Friederike! Heute Morgen eher nicht, es ist doch recht frisch!
Dann das erste - und fast das einzige Highlight des Tages
Das Weserstadion. Das fehlt noch in unserer "Sammlung".
Der Weserradweg ist super ausgeschildert, - auf den ersten 3 km, dann ist wieder Schluss. Und ich fahre auf die "falsche" Seite. Aber auch hier sind die Radwege geteert und immer auf oder neben dem Damm.
In Bremerhaven und Bremen hatte ich den Eindruck hier schläft man schlecht, der Bremer und die Bremerin fahren eher missmutig Richtung Arbeit, Mundwinkel nach unten grimmiger Blick und keine Reaktion auf meinen Gruß.
Aber schon wenige Kilometer hinter der Stadt, sind die Leute wieder entspannter, jedenfalls die Hand voll, die mir heute begegnete. Hier gibt es noch richtige Moore und dementsprechend wenig Dörfer. Ich wäre ja gerne über Achim gefahren, aber nachdem ich einmal auf der "falschen Seite " gelandet bin, gibt es kein Zurück mehr. Auch bei Verden ist die erste Brücke gesperrt.
Mit dem Wind im Rücken geht es flott voran.
Ein herrlich ereignisloser Morgen.
Fotos von dieser Marsch- und Moorlandschaft sind belanglos. Ein paar Mal habe ich versucht Hasen zu fotografieren, aber die sind viel zu weit weg. Auch die Fasanen halten einfach nicht still.
Bei den wenigen Dörfern, bzw. Weilern fällt mir etwas auf. Offensichtlich bin ich im Kernland der
Schützenfeste. Hinter Hönisch(der Ort heißt wirklich so, Hönisch kommt noch) hat insgesamt 5 Häuser, an dreien hängen bis zu 5 Schützenscheiben, die der Sieger (des Scheibenschießens) als Schützenkönig offensichtlich mitnehmen kann und an seinem Haus anbringt.
Hier wohnten Generationen von Schützenkönigen. Wäre interessant zu wissen, wie groß die
Schützenfeste sind. Ob man zum großen nach Achim fährt, oder ob jeder Ort sein eigenes abhält. Ich habe keine Ahnung. ich weiß nur, dass diese Schützenbruderschaften eine sehr wechselhafte Geschichte haben, - und die ist nicht immer ruhmreich gewesen.
In Hönisch bin ich baff. Auf dem Foto kann man es leider nicht erkennen.
Auf dreien der 6 Schützenscheiben steht doch tatsächlich "Damenkönig"!
Puh, das überfordert mich jetzt. Ich fange an zu grübeln. Ist das nun Obermachismo oder die geniale Gendergerechtigkeit? Wenn der König der Größte ist, dann wäre die Königin höchstens zweite Klasse, dann ist der(?) Damenkönig natürlich sehr fortschrittlich; es könnte natürlich auch ein König sein, der gerne Damenkleider trägt, dann wären die Schützen auch noch sehr tolerant. Es lebe die Regenbogenvielfalt!! Es könnte aber auch sein, dass die "Damenkönig" ....
nein, da bin ich überfordert.
Es lebe "die Damenkönig"!
Sonst ist eigentlich nichts weiter passiert. Mal gab es eine Mühlenruine
In Dörverden gibt es eine restaurierte
Und ich übernachte in der Pfeffermühle, einem schnuckeligen Landgasthof mit Hotel. Sonst gibt es in Dörverden (ich muss Morgen beim Frühstück fragen, wie man den Ort in dem ich heute nächtigen werde eigentlich ausspricht) nichts weiter zu sehen. Die Weser, und einen Ortsteil weiter das Wolf-Informationszentrum. Durch Barme komme ich Morgen. Aber ob das Zentrum am Samstag vor 10:00 Uhr auf hat, wage ich zu bezweifeln. Schaumamal!
Der Empfang von vom Wettersender "Hochwiebreit" von der Hallig "Warnieroog" wird immer schlechter. Ich bin inzwischen eben schon zu weit im Inland. Mit Mühe habe ich noch eine Nachricht empfangen.
Die Meldung ist speziell für Inna und Aralc in G.:
"Liebe Aralc und Inna, wusstet Ihr eigentlich, dass ab Windstärke 15 sogar Namen rückwärts laufen müssen??? Grüße auch an Alrac, Ocin und Ydderf! - Euer Wetterfrosch Ennam.
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