Der erste Regentag der Tour. Na ja, es war eher ein Nieseltag, gut zum Aushalten, besser als die große Hitze der vergangenen Woche.
Aus Magdeburg sind wir schnell. Ein wenig Industriebrache, eine alte Drehbrücke, und schon kommt die gigantische Radbrücke über die Elbe.
Auf der anderen Seite fahren wir durch das wunderschöne Naturschutzgebiet der Elbaue. Gigantische Bäume, Weiden, Pappeln, Eichen, Riesenäste, abgestorbene Bäume. Der asiatische Laubholzbockkäfer hat manchen der Riesen schwer zugesetzt, so steht es auf einer Infotafeln
Caspar David Friedrich pur.
Dann ein ganz anderes Highlight dieser Strecke. An der Hohenwarthe überquert eine Schifffahrtsstraße die andere. Der Havel-Elbe Kanal wird über die Elbe geführt, um dann als Mittellandkanal den Dortmund - Emskanal, mit der Weser zu verbinden.
Das ist die Trogbrücke:
Keine Robbenbabies! - Und Friederike ist trotzdem fasziniert! Es gibt immer wieder Überraschungen.
Und sich über die Schleuse Niegripp nach unten absenken lassen.
2016 bin ich an dieser Schleuse ebenfalls abgebogen
Doch dieses Mal geht es Richtung Berlin auf dem Havelradweg
Sehr angenehme Strecke, - doch nichts dauert ewig. Aus irgendeinem Grund führt der Elbe/Havel-Radweg zurück an die Elbe.
Doch das soll Friederike erzählen:
(frieda)
erst die gute Nachricht: Wir haben die 500 km erreicht!
Aber die schlechte Nachricht ist, dass genau an dieser Stelle Mannes Rad einen Platten im Vorderreifen hat. Er versucht noch aufzupumpen, aber schnell ist klar, dass das nicht lange gutgeht.
Weit und breit kein Mensch, kein Dorf, gar nichts, nur wunderschönes plattes Land.
Weit und breit kein Mensch, kein Dorf, gar nichts, nur wunderschönes plattes Land.
Und ein platter Reifen, haha.
Und wie bisher bei allen Pannen haben wir großes Glück. Es taucht doch tatsächlich die Straßenmeisterei des Landes Sachsen-Anhalt, Abteilung Parey an unserer Strecke auf. Der Werkhof ist offen, ein paar Leute machen Mittagspause und stellen uns die Werkstatt zur Verfügung.
Perfekt: Dach überm Kopf, Luft für die Reifen und ein nettes Plauderstündchen mit dem gemütlichen Straßenmeister. Auch er war Radfahrer, ist zur Arbeit und im Job geradelt und hat auf dem Tacho in all den Jahren zweimal die Welt umrundet. Sein Bruder lebt in Onstmettingen, und er besucht ihn oft, es gefällt ihm dort. Bald ist er in Rente, dann zieht er vielleicht auch in den Süden. Hier ist doch sehr wenig geboten, meint er.
Manne wechselt unter seinen fachkundigen Augen den Schlauch, bekommt dann noch das Waschbecken und Seife angeboten und schon geht es wieder los.
Der Straßenmeister erzählt uns beim Rausgehen noch die Geschichte dieses Fahrzeugs, auf das sie alle sehr stolz sind:
Wie heißt diese Maschine und aus welchem Land kommt sie?
Wie immer lockt die Banane!
Es ging abenteuerlich weiter: ein gut ausgeschildeter mit EU-Geldern geförderter Radweg auf einer alten Bahntrasse war angekündigt:
und war ein holperiger, sandiger Weg durch den Wald, mit großen Brocken vom altem Kiesbett. Ja sind wir denn in Polen?
Nun sind wir in Genthin, die Wiege der deutschen Waschmittelkultur, auf dem Markplatz steht die berühmte Persiluhr "Weiße Dame".
Dann bleibt eben nur ein leckeres Essen beim Italiener und Fußball. Ciao ciao!
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen