Mit Vollgas durch die Wilstermarsch. Wie bin ich an der Elbe entlanggeflogen (mit Rückenwind natürlich)!
Das AKW von Brokdorf! Der Gegner schlechthin, abgesehen natürlich von Whyl, doch da war der Widerstand erfolgreich. Brokdorf hingegen ist noch immer am Netz. Es ist eines der Leistungsstärksten in Deutschland und hat 2015 den meisten Strom aller AKWs weltweit erzeugt. Ende diesen Jahres soll ja Schluss sein! Hoffen wir mal!
Gegen 10:30 bin ich schon in Brunsbüttel. Da setzt heftiger Regen ein. Kein Problem, ich stelle mich unter das Dach eines Kiosks. Der Regen hört auf, und eine Fähre kommt. Albert sagt, ich muss über das Wasser. Also rauf auf die Fähre, mit der man über den Einstieg in den Elbe-Ostseekanal, hinüber nach Brunsbüttel kommt.
Anscheinend ist diese Fähre kostenlos. Es kam niemand zum Abkassieren.
Der Fähranleger nach Cuxhaven ist noch ein ganzes Stück außerhalb von Brunsbüttel. Die Stadterkundung auf dem Rad war völlig ausreichend. Am Besten hat mir der alte Dorfkrug gefallen.
Pünktlich um 13:30 kommt die Fähre zurück von Cuxhaven. Kurz noch ein richtiger Schreck!
Meine Rückfahrt? ... eigentlich ganz unspektakulär, jede*r
kennt ja diese langen Zugfahrten.
Der Zug hält auf einem anderen
Gleis als angekündigt, deshalb ist der Wagenstandsanzeiger natürlich auch nicht
zu finden, aber schließlich steht das Fahrrad an seinem Platz und ich sitze auf
meinem. Eine Zeitlang fährt man völlig entspannt und unbehelligt, dann kommt
die Durchsage, dass das Bordrestaurant nicht geöffnet ist, was je egal ist. Ich
hab einen großen Beutel mit Proviant. Dann gibt’s eine kleine Verspätung, weil
eine Tür nicht aufgeht, mir auch egal. Der Zug wird immer voller, viele Leute
sitzen auf dem Boden. Beim nächsten
Stopp geht eine Tür nicht mehr zu.
Ausgerechnet die vom Fahrradabteil. Aber vier Schaffner*innen schaffen es,
abzusperren. Inzwischen ist die Verspätung bei 20 Minuten. Dann kommt die
Durchsage, dass der Zug nicht wie geplant bis Chur fährt, sondern alle in Basel
Badischer Bahnhof aussteigen müssen. Große Unruhe, die Weiterreisenden müssen
wohl mit der S-Bahn zum SBB Bahnhof fahren. Ich wollte eigentlich nur bis
Freiburg fahren, aber mit dieser Verspätung bekomm ich den Zug nicht mehr
Richtung Schwarzwald. Also bleibt Basel und über Singen als Option. Beim
nächsten Stopp geht die abgesperrte Tür gar nicht mehr auf und die
aussteigenden Fahrradfahren mühen sich durch den viel zu engen Gang. Tipp:
Fahrrad vorne hochstellen, also aufbäumen, sonst geht der Lenker nicht durch
die Sitzreihen. Entgegen kommen inzwischen die einsteigenen Fahrräder. Kurze
Zeit geht gar nichts mehr, die Leute auf dem Boden haben sich schon längst in
andere Abteile verzogen. Jetzt sind es 30 Minuten Verspätung. Ich suche einen
Schaffner wegen Umplanung, andere wegen Weiterfahrt in die Schweiz, die
Radfahrer wollen wissen ob auch in Freiburg die Tür zugesperrt bleibt. Wir
müssen den ganzen Zug durchqueren, die Schaffner*innen sind alle im ersten
Abteil. Ich darf über Basel. Und die Radfahrer werden beruhigt, in Freiburg
hält der Zug auf Gleis 2 und der Ausstieg ist auf der anderen Seite. Aber,
wegen der Verspätung stimmt das nicht. In Freiburg bricht das Chaos aus. Und
wer jetzt ein E-Bike hat…. Puh das Fahrrad aufbäumen… die meisten Männer
schaffen es gerade so, die meisten Frauen mühen sich mit dem Gepäck ab und blockieren
die Türen. Ich bin beruhigt, in Basel ist ja Endstation und ich hab viel Zeit.
Dann das kurze Stück Basel-Singen, am Rhein entlang, ein schönes Fahren, auch
mal kurz ein Halt auf offener Strecke, ob ich meinen Zug in Singen nun noch
bekomme? Ja, hat geklappt, zwar sehr knapp und man kommt dann schon ins
schwitzen, aber passt.
Also eine ganz normale Zugfahrt,
wie jede*r sie kennt.
Und zuhause wartet mein
verwilderter Garten, es blüht und wuchert und grünt, und ganz im Verborgenen,
hinter dem Feuerdorn, hat dieser kleine
Kaktus angefangen zu blühen.

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen